| Vortrag Dr. Schikorski in
Kloster Seeon
Das sind Schlagworte, hinter denen sich ein Entwicklungsprogramm verbirgt. Von verschiedenen Autoren ( Talmor und Hoffman aus New
York, auch Ovrebo und Vindenes aus Norwegen) wurde wiederholt über
Perforationen des Thorax oder des Viszeralraumes mit nachfolgender
Peritonitis und auch über derart bedingte Todesfälle bei
der herkömmlichen Liposuktion in Allgemeinnarkose berichtet.
Für diese Ziele wurde ein neurochirurgisches Präzisionsultraschallgerät
der Fa. Söring an die speziellen Anforderungen der Liposuktion
adaptiert. Das Ursprungsgerät wird seit 13 Jahren an über
350 neurochirurgischen Zentren weltweit eingesetzt. Die Schwingungsamplitude von 280 mm ermöglicht den Einsatz sanft gerundeter, gewebegängiger Sonotroden bei exzellenter Emulsifikation des aus den zerplatzenden Adipocyten freiwerdenden Öles. Etwa 80 % der Wärmeproduktion während der Arbeit findet infolge instabiler Frequenz im Piezo-Körper des Handstückes statt. Der handstückcodierte Bereich des SONOCA, in dem mit elektronisch stabilisierten Frequenzen gearbeitet werden kann liegt zwischen 16 und 60 kHz. Aufgrund einer hochstabilen Oszillatorfrequenz ist eine gerätebedingte Hitzeentwicklung nicht möglich ! Hitze kann dagegen als ärztlicher Handhabungsfehler durch Verwinden der Sonotrode im Gewebe entstehen. Hierbei führt die Verklemmung der Sonotrode an den Retinacula cutis zur Änderung der Resonanzfrequenz, mit schlagartiger Temperaturerhöhung im Piezo-Körper. Dieser Temperatursprung kann mittels der Sonotrode auf das Gewebe übertragen werden, eine korrekte Handhabung der Sonotroden mit streng axialen Bewegungen ist also unerläßlich. Für die UAL stehen unterschiedliche, mit Steckern verbundene gerade und gewinkelte codierte Handstücke mit stabilen Arbeitsfrequenzen zur Verfügung. Die Durchmesser der Sonotroden betragen 4,5 mm von 30 bis 40 cm bzw. 3 mm mit 15 cm Länge. Kurze 1,5 mm Sonotroden sind ebenfalls verfügbar.
Da bei fortschreitender Ultraschallarbeit nach anfänglichem Anstieg des hydrostatischen Druckes die Zahl der pro Sonotrodendurchgang erreichbaren Adipocyten abnimmt, wird trotz eventueller Irrigation zur Aufrechterhaltung von Kavitationsprozessen die fettzerstörende Ultraschalleffektivität zurückgehen. Dieser Wechselpunkt zur modifizierten konventionellen Liposuktion wird spürbar durch einen nahezu aufgehobenen Gewebewiderstand, wenn das verbliebene Restvolumen leicht unterhalb des Ausgangsvolumens vor der Infiltration liegt. Ein überlanges Beschallen des Gewebes wird dann trotz der anfänglichen nahezu selektiven Wirkung auf die Fettzellen nicht ohne unerwünschte Auswirkung auf andere Gewebearten bleiben. Gleiches gilt für das Austrocknen des Operationsgebietes durch Flüssigkeitsabstrom und forcierte simultane Absaugung. Eine angepaßte Absaugung ist eine sinnvolle und arbeitszeitverkürzende Effizienzkontrolle des Ultraschalls, die auch das etwaige Auftreten von Blutungen in einem Teil des OP – Gebietes anzeigen würde. Stärkere Blutungen können als einer der möglichen Endpunkte für die Gewebebeschallung angesehen werden, da sie oft unter den anhaltenden Vibrationen nicht zum Stillstand kommen, aber bei weiterer konventioneller Liposuktion nicht persistieren.
Die spezielle Geometrie unserer Absaugkanülen erlaubt auch unter diesen Bedingungen eine kontrollierte und langsame Arbeitsweise ohne Verlust an Effizienz. Der Gesamtquerschnitt der spitzenkonzentrierten Sauglöcher ist wesentlich größer als bei herkömmlichen Kanülen. Gefäße und Bindegewebe werden aufgrund der Lochgröße nicht in die Kanüle hieingesaugt, sie können sich zwischen den Öffnungen am Kanülenschaft abstützen.
Bei dieser 70-jährigen Patientin, Bauchumfang 103 cm, wurden insgesamt 3, 2 Liter Fett abgesaugt. Der präoperative Bauchüberhang betrug 15 cm. Abgesaugt wurden Unterbauch, Oberbauch und von dorsal her die Flanken. Der Unterbauch wurde zusätzlich einer systematischen Ultraschall-Hautstimulation n. Münker unterzogen. Bereits am OP – Tag ist die Konturverbesserung sichtbar, die Frage der Hautresektion stellt sich aber noch. Ob das Manöver nach Münker wirklich notwendig ist kann derzeit nicht beantwortet werden, möglicherweise induziert bereit die UAL einen ausreichenden Schrumpfungsprozeß. Das postoperative Foto wurde am 14. Tag aufgenommen. Sichtbar sind noch minimale Faltenbildungen und Residuen der alten eingezogenen Blinddarmnarbe, die mit dem V-Dissektor intraoperativ gelöst wurde. Eine weitere Hautschrumpfung und Glättung wurde im weiteren Heilungsverlauf deutlich. Bei Absaugungen dieses Umfanges waren bislang Schmerzsensationen in alleiniger Tumeszenz- Lokalanästhesie nicht sicher vermeidbar. Auch ein unverzügliches Nachinfiltrieren der entsprechenden Areale bedingte keine sofortige, die weitere Operation ermöglichende Schmerzausschaltung. Wartepausen oder vorübergehende Wechsel des OP – Areals wurden notwendig. Ein Zuschlag von Ropivacain – S in Höhe von 100 mg / Liter Tumeszenzlösung bewirkte eine dramatisch Verbesserung der Oberflächenanalgesie. Die sequentiell infiltrierten TLA – Volumina lagen zwischen 3 und 7 Litern. Wo Nachinfiltrationen z.B. bei zu trocken gewordenem Gewebe notwendig wurden, konnte binnen Sekunden ungehindert weiter operiert werden. Die postoperative Schmerzausschaltung war erheblich verlängert. Die Plasmaspiegel von Ropivacain blieben im Erfassungszeitraum von bis zu 7 Stunden weit unterhalb des toxischen Bereiches. In keinem Fall zeigten sich irgendwelche Zeichen einer Intoxikation. Auch nach der Entlassung traten im weiteren Verlauf keine derartigen Komplikationen auf.
Unter dem kosmetischen Problem schlaff durchhängender Oberarmhaut, nahezu leerer Hautsäcke litten beide Schwestern sehr.
Nach 14 Tage zeigte auch die andere Schwester eine sehr gute Hauschrumpfung. Ein gleiches Resultat konnte bei einer weiteren Patientin
erzielt werden. Zusammenfassung: Ich danke Ihnen.
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